Möbelindustrie 4.0 auf dem Prüfstand

Bild der Möbelindustrie 4.0

Als PWC Ende 2017 die Studie „Die Deutsche Möbelbranche: Struktur, Trends und Herausforderungen veröffentlicht hat, habe ich darin viele zukunftsweisende Punkte erkannt und gemeinsam mit Kunden und Partnern umgesetzt.

Deckblatt der PWC Studie zur Möbelindustrie 4.0

Zur Studie: hier entlang

Inzwischen schreiben wir das Jahr 2019 und Ich habe mir die Frage gestellt, was war wirklich relevant?
Der Studie von PWC zufolge gliedert sich die Möbelbranche 4.0 in sechs Unterpunkte:

  1. Digitalisierung
  2. 3D Druck und Virtual Reality
  3. Mobilität und Urbanisierung
  4. Individualisierung
  5. Generation Focus / Gender Focus
  6. Green Awareness

Aus diesen sechs Unterpunkten möchte ich Ihnen die Punkte vorstellen, die sich in der Praxis als relevant und umsetzbar erwiesen haben.

Digitalisierung

Möbelhändler und Möbelhersteller haben es online generell schwerer als andere Branchen.
Die Gründe sind relativ klar.

Der Wohnzimmer Sessel lässt sich ganz simpel und einfach nicht so gut online anschauen, aussuchen und liefern wie z.b. eine neue Handtasche.

Dennoch schlummern in der Digitalisierung Umsatzsteigerungen für die Möbelbranche, die sie nicht unbeachtet lassen sollten.
Als Beispiel sollte das Marketing um digitale Kanäle erweitert werden, um auch die jüngere Generation, zum Beispiel die Millennials,  anzusprechen.

Die jüngeren Menschen lieben es Möbel digital zu betrachten, sie digital in einem Umfeld zu platzieren, dass Ihrem Heim gleicht und um zu sehen, wie dieses Möbelstück im vertrauten Umfeld wirkt.

Der Verkauf und das persönliche Beratungsgespräch finden nach wie vor im persönlichen Austausch mit dem Fachpersonal statt.

3D Druck, Augmented und Virtual Reality

diese Techniken sind für den Möbelhändler oder Hersteller, der die breite Masse ansprechen möchte, nicht zwingend notwendig.
Bis zum heutigen Zeitpunkt habe ich nur wenige lohnenswerte Einsatzgebiete für diese Technologien in der Zusammenarbeit mit unseren Partnern und Kunden in der Möbelbranche gefunden.

Bild einer Darstellung von VR

Anbieter, die ihr gesamtes Sortiment und all Ihre Bemühungen auf die jüngere Zielgruppe ausrichten, können von diesen Techniken nichtsdestotrotz profitieren und sollten eine Implementierung für den Einzelfall prüfen.  Als reines Prestigeobjekt sind diese Technologien jedoch zu kostspielig.

Mobilität und Urbanisierung

Wohnungen werden kleiner. Das ist Fakt. Hieraus ergibt sich die logische Konsequenz, dass Möbel multifunktionaler werden müssen. Diese Beobachtungen haben wir in der Zusammenarbeit mit unseren Partnern und Kunden bestätigen können.

Das haben die Kollegen von Betten.de gut erkannt und Punkten mit entsprechendem Sortiment:Beispiel eines Etagenbettes

Quelle: Betten.de

Falls Sie die Möglichkeiten und Kapazitäten haben, Ihr Sortiment um multifunktionale Möbel zu erweitern, sollten Sie es in Betracht ziehen.
Sollten Sie weitere Erfahrungen aus der Praxis bezüglich dieser Thematik benötigen, so sprechen Sie mich gerne an.

Individualisierung in der Möbelbranche

Mit einem steigendem Lebensstandard möchten immer mehr Menschen ihrer Individualität Ausdruck verleihen. Massenprodukte rücken für die kaufkräftige Kundschaft in den Hintergrund, individuell gestaltete Einzelstücke in den Vordergrund.

Unsere Beobachtung nach beschränkt sich die Individualisierung in der eigenen Person schon lange nicht mehr nur auf Kleidung und Dekoration, auch Möbel werden zunehmend individueller.

Wer es schafft seine Möbel mit einer Individualisierungsoptionen anzubieten, hat gute Karten. In unserer Beobachtung des Marktes, haben wir festgestellt, dass Kunden bereit sind mehr Geld auszugeben, wenn Sie Ihre Möbel individualisieren können.

Hier erkennen wir eindeutig einen Trend. Ich rate jedem Unternehmen in der Möbelbranche dazu Individualisierung umsetzen. Ein einfacher Konfigurator, der auf der eigenen Internetseite betrieben wird, bietet oft schon eine gute Entscheidungshilfe, wenn es um die Wahl des Möbelhauses geht.

Gender und Generationen Focus

Wie in einem vorherigen Artikel erwähnt, muss die Möbelbranche erkennen, dass eine neue Generation die Zügel übernommen hat.
Die Generation der Millennials hat andere Anforderungen an ihre Möbel und die ganze Möbelbranche als ihre Eltern sie noch hatten.

Das Design und der Service der die ältere Generation zufrieden stellte, ist für sie nicht mehr ausreichend. Lesen Sie hier mehr zu diesem Thema:
Verpasst die Möbelbranche die Millennials?

Gender Focus

Das Leben wird flexibler. Mann Frau teilen sich oft gleichermaßen beide klassische Geschlechterrollen.
Auch die Wohnungseinrichtung sollte derart flexibel ausfallen, dass z.b. ein Home-Office nach Feierabend im Schrank verschwinden kann.
Soll das Durchgangszimmer auch als Spielzimmer genutzt werden? Dies sind die Fragen in der mobilen und agilen Gesellschaft von heute.

Was gibt es hier zu lernen? Die Gesellschaft wird zunehmend individueller, jede Splittergruppe hat ihre eigenen Bedürfnisse und erwartet von den Anbietern, dass diese sich anpassen. Hier haben wir ganz klar einen Trend erkannt und empfehlen jedem, der in der Lage ist, auch Splittergruppen individuell zu bedienen.

Green Awarness

Es ist schon seit Jahren kein Geheimnis mehr, dass Kunden verstärkt darauf achten nicht zu viel Abfall zu produzieren.
Sogar die aktive Reduzierung der Abfallmenge rückt immer weiter in den Fokus vieler Haushalte. Nachhaltigkeit ist in.

PwC Belegt diesen Trend in seiner Studie mit einigen interessanten zahlen 

  1. Verbraucher sind dazu bereit für nachhaltig produzierte Couch Tische mehr auszugeben als für herkömmlich gefertigte.
    Für einen Couchtisch klassischer Produktion sind Kunden im Schnitt bereit 60,64 € auszugeben.
    Für eine nachhaltige produzierte Variante sind Kunden bereit und, 100 € auszugeben.
  2. 73 % der deutschen Verbraucher ihm geben an, dass ihnen Nachhaltigkeit beim Möbelkauf wichtig ist.
  3. Ein weiterer interessanter Fakt aus der Studie: In 2011 wurden mit LED-Lampen eine Milliarde Euro umgesetzt, 2019 waren es bereits neun Milliarden Euro. Für 2020 wird eine Steigerung auf 14 Milliarden Euro erwartet.
Müll in einem Container

Auch hier erkennen wir eine klare Relevanz für die tägliche Praxis in der Möbelbranche. Sprechen Sie mit Ihren Lieferanten über Nachhaltigkeit, lassen sie sich zertifizieren, erstellen Sie selbst ein Zertifikat und kommunizieren sie Ihre Maßnahmen vor allem auch über digitale Kanäle.
Die jüngere Generation, der das nachhaltige Handeln wichtig ist, erreichen Sie über diese Kanäle gut. Sollten Sie Fragen haben, wie sie die Kommunikation am effektivsten gestalten, so sprechen Sie mich gerne an.

Mein Fazit zur Möbelindustrie 4.0

Nicht jeder Trend aus der Studie hat sich bewahrheitet oder etabliert. Einige Entwicklungen werden mit Sicherheit noch etwas Zeit brauchen bis sie in der breiten Masse der Gesellschaft ankommen.

Und doch geht die gesellschaftliche Entwicklung in eine eindeutige Richtung und ist nicht zu bremsen. Neue Technologien, die neue Generationen ansprechen, müssen von jedem Unternehmen in der Möbelindustrie umgesetzt werden. Auch sind aktuelle Themen wie Nachhaltigkeit, Gleichberechtigung und SmartHome nicht mehr wegzudenken. Sie sind schon lange keine Zukunftsmusik mehr.

Es gibt keine bessere Zeit als jetzt um, um sich den Herausforderungen der Möbelindustrie 4.0 zu stellen. Seien sie vorne mit dabei, erkennen sie Trends, bleiben sie am Puls der Zeit und geben Sie Ihren Kunden das was sie wollen. Gerne helfen wir Ihnen bei der technischen und kreativen Umsetzung.

By |2019-05-02T15:52:51+02:00Mai 2nd, 2019|Allgemein|
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